Die digitale Welt steckt voller Möglichkeiten, aber auch voller Abhängigkeiten. In Deutschland sorgt derzeit vor allem ein Thema für Diskussionen: Der Bundestag plant einen strategischen Befreiungsschlag von der Dominanz großer US-Tech-Konzerne wie Microsoft. Doch nicht nur der Deutschland macht sich auf den Weg. Auch Frankreich oder die EU wollen sich unabhängig machen. Das Ziel: Mehr digitale Unabhängigkeit, Sicherheit und Kontrolle über eigene Daten und Prozesse.
Doch das ist nur ein Teil einer viel größeren Debatte über digitale Souveränität, die längst auch aus der Gesellschaft kommt, etwa in Form des Digital Independence Day (DI.DAY) mit Unterstützung u.A. des Chaos Computer Clubs.
Was bedeutet digitale Unabhängigkeit eigentlich?
Unsere digitale Welt wird bis heute weit überwiegend von einigen wenigen, überwiegend US-amerikanischen Technologie-Giganten bestimmt:
- E-Mail-Dienste wie Gmail,
- Produktiv-Software wie Microsoft 365,
- Messenger wie WhatsApp,
- Soziale Netzwerke wie Instagram oder X,
- Bezahlsysteme wie PayPal
- KI wie ChatGPT und Google Gemini
Solche Plattformen und Anbieter prägen entscheidend, wie wir kommunizieren, arbeiten, uns informieren oder einkaufen. Gleichzeitig bedeutet ihre Marktdominanz:
Daten, Kommunikation und Prozesse liegen in der Hand externer, globaler Unternehmen und Regierungen und damit teilweise außerhalb von Kontrolle, Rechtsprechung und demokratischer Steuerung.
„Operation Souveränität“ – der Staat als Vorbild?
Der Deutsche Bundestag geht nun neue Wege: Mit dem Projekt „Operation Souveränität“ wird geprüft, ob und wie staatliche IT-Systeme von großen US-Anbietern wie Microsoft unabhängiger gemacht werden können (inklusive der Umstellung auf alternative Softwarelösungen).
Ziel ist es, staatliche digitale Infrastruktur robuster, transparenter und selbstbestimmter zu gestalten – ein Schritt, der auch für Unternehmen und Organisationen als Beispiel dienen kann.
Digital Independence Day – ein gesellschaftlicher Gegenentwurf
Parallel zur politischen Debatte hat sich aus der Gesellschaft eine Bewegung entwickelt: der Digital Independence Day (#DID). Ein monatlicher Aktionstag, an dem Menschen und Organisationen bewusst digitale Alternativen zu Big Tech ausprobieren und nutzen sollen.
Jeden ersten Sonntag im Monat wechseln Teilnehmende Dienste wie X zu Mastodon, Gmail zu datenschutzfreundlichen E-Mail-Anbietern oder Chrome zu Firefox.
Die Initiative wurde u. a. auf dem Chaos Communication Congress (39C3) vorgestellt und wird von über 40 Organisationen unterstützt, darunter Wikimedia Deutschland, der Chaos Computer Club, Digitalcourage, Ecosia und viele mehr.
Im Fokus stehen dabei nicht nur technische Alternativen, sondern gesellschaftliche Werte wie Datenschutz, Meinungsfreiheit und demokratische Kontrolle.
Konkrete Beispiele für digitale Alternativen
Beim DI.DAY geht es nicht um einen radikalen Bruch – sondern um bewusste, praktikable Schritte weg von übermächtigen Diensten:
Warum das auch für Unternehmen wichtig ist
Die Debatte zeigt klar:
- Digitale Abhängigkeiten sind nicht nur politisch relevant, sondern wirtschaftlich und organisatorisch.
- Die Kontrolle über Daten, Systeme und Prozesse wird zu einem strategischen Faktor.
Unternehmen, die heute hauptsächlich auf US-Technologien setzen, sollten sich fragen:
- Was passiert, wenn Schnittstellen wegfallen?
- Wie sicher sind Daten und Geschäftsprozesse?
- Welche Alternativen gibt es, die resilienter, transparenter und fairer sind?
Diese Fragen betreffen nicht nur Politik und Gesellschaft, sie betreffen digitale Geschäftsmodelle und Zukunftsfähigkeit.
#indiebits – Digitale Independence: Unser Beitrag zur digitalen Souveränität
Auch bei Make a Smile Media sind wir im Wandel und nicht nur als Beobachter:
Mit unserem Blog- und Videoformat und unserer neuen Leistung #indiebits – Digitale Independence möchten wir Unternehmen aktiv begleiten auf dem Weg zu digitaler Unabhängigkeit. Unser Leistungsportfolio umfasst u. a.:
- Analyse bestehender digitaler Infrastruktur
- Identifikation von Abhängigkeiten und Risikofaktoren
- Beratung zu Open-Source- und souveränen Alternativen
- Entwicklung maßgeschneiderter Umstiegsstrategien
- Workshops und Schulungen zur digitalen Transformation
Auch Make a Smile Media ist im Umbruch
Digitale Souveränität ist für uns kein abstraktes Zukunftsthema, sondern beginnt im eigenen Arbeitsalltag. Deshalb befinden auch wir uns aktuell selbst im Umbruch. Wir lösen uns schrittweise von Softwarelösungen wie Microsoft 365 und testen offene, datensouveräne und europäische Alternativen für Projektmanagement, Buchhaltung und Designsoftware etc.
Unsere eigenen Erfahrungen (Herausforderungen, Learnings und Lösungen) fließen direkt in #indiebits – Digitale Independence ein. So können wir nicht nur darüber berichten, warum digitale Unabhängigkeit wichtig ist, sondern auch ganz konkret zeigen, wie der Weg dorthin aussehen kann.